Der große Makrofotografie Diffusor Report!

Erfahre in diesem Artikel alles rund ums Thema „Makrofotografie Diffusor“. Wozu er verwendet wird, wie man einen guten Diffusor selbst bauen (DIY Anleitung) kann und wo es auch einen fertigen Makro Diffusor zu kaufen gibt.

Was ist ein Diffusor und wofür braucht man ihn?

In der extremen Wildlife Makrofotografie spielt ein Stativ eher eine Nebenrolle. Tagsüber wo die meisten Actionsituationen wie Paarungs- und Beuteszenen stattfinden, kann man so gut wie nie ein Stativ verwenden und muss praktisch „Freihand“ fotografieren. Damit das geht muss man einen Blitz verwenden, nur damit kommt man auf Belichtungszeiten, die verwacklungsfreie und scharfe Bilder ermöglichen. Der Nachteil an Blitzlicht ist aber das es ein sehr hartes und kontrastreiches Licht aufs Motiv wirft was natürlich nicht gut aussieht. Hier kommt der Diffusor ins Spiel, mit einem guten Diffusor bekommt man Blitzlicht so weich, dass es nicht mehr wie Blitzlicht aussieht, sondern wie sehr weiches Tageslicht.

Makrofotografie Diffusoren gibt es in verschiedenen Ausführungen

Mein erster Eigenbau Diffusor war ein gekaufter rechteckiger Diffusor, den ich etwas modifiziert habe indem ich eine andere Diffusorfläche montiert habe.


Danach folgte etwa im Herbst 2013 ein komplett selbstgebauter Diffusor. Dieser bestand aus einem Eiweißpulver Eimer, der mit Spiegelfolie ausgekleidet war. Als Diffusorfläche hat ein Partyteller aus Plastik fungiert. Dieser Diffusor hat ein sehr weiches und gutes Licht erzeugt, er hatte aber den Nachteil das ich dafür eine Blitzhalterung verwenden mußte, um den Diffusor entsprechend auszurichten. Diese Blitzhalterung allein bestand schon aus mehreren Bauteilen und war z.B. für meine Workshopteilnehmer relativ schwer nachzubauen. Auch der Diffusor selbst war nicht ganz leicht zu bauen und relativ fragil. Die runde Form des Diffusors ergab sich aus dem Wunsch, in Springspinnenaugen eine möglichst schöne Reflexion zu erhalten. Durch den Diffusor bzw. die Spiegelung von ihm in den Springspinnenaugen wirken diese irgendwie menschlich oder zumindest lebendig was den Spinnen ein sympathisches Aussehen verleiht. Auch heute gefällt mir diese spezielle Spiegelung vom „Eimer Diffusor“ sehr gut. Eine Bauanleitung zu diesem Diffusor gibt es übrigens in meinem Buch „Extreme Wildlife Makrofotografie“. Hier ein paar Bilder die ich mit diesem Diffusor fotografiert habe:

 


Was macht den perfekten Diffusor aus?

Der Diffusor inkl. der Reflektorfläche sollte möglichst groß sein, umso größer die Diffusorfläche umso weicher wird das Licht. Zusammen mit einem großen Reflektor schattet ein solcher Diffusor auch das Umgebungslicht ab und blendet es im Bild völlig aus. Das heißt man kann mit einem solchen Diffusor selbst Mittags, wenn die Sonne am stärksten scheint, bequem auf seine Makrotour gehen, da man mit seinem Diffusor ja das harte Sonnenlicht komplett aus dem Bild nimmt und stattdessen mit dem Blitzlicht, welches durch den Diffusor sehr weich ist, immer das perfekte Licht dabei hat, egal welche Tageslichtsituation gerade vorherrscht. Durch das Abschatten des Umgebungslichtes hat man also eine mehr oder weniger immer gleichbleibende Lichtqualität.

Rund muss ein Diffusor nicht unbedingt sein, denn auch ein rechteckiger Diffusor macht in Springspinnenaugen eine runde Reflexion, wenn er nur groß genug ist bzw. man nah genug am Motiv ist, denn schließlich reflektiert so ein Springspinnenauge nur eine bestimmte Breite der Umwelt, die im Nahbereich etwa 30 cm beträgt. Ein runder Diffusor sieht aber schöner aus und liefert eben immer eine runde Reflexion auf dem Motiv, egal wie nah man dran ist oder wie groß der Diffusor ist. Vorausgesetzt am Motiv finden sich Flächen die reflektieren können und ihrerseits groß genug sind um diese Reflexionen auch zu sehen wie z.B. Springspinnenaugen, Tautropfen oder auch den Panzern von Käfern.
Auf jeden Fall sollte der Diffusor das Objektiv ein wenig umschließen und seitlich nach unten gehen, damit das Licht möglichst auch unter das Motiv kommt. Harte Schatten unter dem Motiv sind bei weichem Licht aber ohnehin nicht zu erwarten.

DIY Diffusor Anleitung

Mit dieser Anleitung kannst Du meinen „Lichtzelt Diffusor“ nachbauen. Das Besondere an diesem Diffusor ist das er sich auch hervorragend für Gegenlichtsituationen eignet, da er deutlich über das Motiv hinaus ragt. Er ist daher sehr gut geeignet für Raubfliegenaufnahmen, denn Raubfliegen nähert man sich normalerweise im Gegenlicht an, so dass man so spät wie möglich erst einen Schatten auf sie wirft. Hat man die Sonne im Rücken und wirft somit von Anfang an einen großen Schatten auf die Raubfliege, hat die Erfahrung gezeigt das sie dann besonders schnell flüchten.

Was wird alles benötigt?


1. Einen Abfülltrichter (30 cm Durchmesser) Farbe Weiß
Bei den Trichtern gibt es sicherlich gewisse Unterschiede in Sachen Transparenz und Lichtdurchlässigkeit. Wenn Du nichts verkehrt machen willst, hole Dir am besten den gleichen Trichter wie ich.
Hier der Link zu meinem Modell: https://www.ebay.de/itm/30-cm-Trichter-Abfuelltrichter-abfuellen-/321295211269

2. Ein Reflekor
Der Link dazu bei Amazon: https://amzn.to/2VqWXo0

3. Ein Verbindungsstück zwischen Trichter und Reflektor wie zb. ein Stück Plastik

4. Ein Stück Nylonband (am besten mit Klettverschluss)

5. Befestigungsmaterial wie z.B. Schrauben, Nieten oder auch Kabelbinder

An Werkzeug für den Bau wird benötigt:
– Säge
– Bohrer
– Je nachdem ob das Verbindungsstück geschraubt oder genietet wird noch eine Zange oder Maulschlüssel

Bauanleitung

Zunächst muss der schmale Hals abgesägt werden. Wie weit er abgesägt werden muss hat damit zu tun welchen Objektivdurchmesser Dein Objektiv hat, mit dem Du den Diffusor verwenden willst.
Danach wird der Trichter in der Mitte einmal komplett durchgesägt.
Nun wird von der Hälfte die genaue Mitte bestimmt, denn da kommt zum einen an der schmalen Seite ein kleines Loch rein zur Aufnahme für die Halterung an der Kamera.

Die Innenansicht vom Diffusor. Gut zu sehen sind der Kabelbinder und das Nylonband das am Objektiv befestigt wird.

Ich habe dazu einen weißen kleinen Kabelbinder genommen der das Nylonband hält.
Oben an der großen Seite vom Trichter kommt ein etwas größeres Loch hin um die Schraube oder Niete zur Befestigung des Plastik-Verbindungsstückes.
Am Reflektor kann das Verbindungsstück auf viele Arten befestigt werden. Ich habe es mit weißem Panzerband fixiert, es kann aber auch genietet werden.

Im fertigen Zustand sollte der Diffusor etwas so aussehen:

Damit der Diffusor beim Fotografieren bei bodennahen Situationen diesen nicht so leicht berührt, sollte der Trichter an den breiten Außenseiten noch ein wenig weggeschnitten werden.
Insgesamt ist der Diffusor ziemlich leicht zu bauen, man sollte nur aufpassen das man sich nicht beim Sägen, bohren oder schneiden verletzt. Ich würde daher zum Tragen von Sicherheitshandschuhen raten.

Auch zu diesem Eigenbau Diffusor zeige ich noch ein paar Bildergebnisse. Die Raubfliegen Aufnahmen sind zum Teil mit starken Gegenlicht entstanden, was der Diffusor perfekt abgeschirmt hat so das es nicht im Bild zu sehen ist.

 

 

Der „Bones & Spiders“ Makro Diffusor

Wer handwerklich nicht begabt ist, sich die Arbeit nicht machen möchte einen Diffusor zu bauen, oder einfach ein schönes Markenprodukt zulegen möchte das einen wertigen Eindruck vermittelt, kann natürlich auch den perfekten Makro Diffusor fertig kaufen. Die Marke für Spinnenfans „Bones & Spiders“ bietet einen Makro-Diffusor an der keine Wünsche offen lässt und ein fantastisches Licht macht. Neben dem Diffusor und Reflektor ist auch ein passender Adapterring im Set enthalten, mit dem der Diffusor an unterschiedliche Objektive befestigt werden kann.

Dazu gibt es noch eine hochwertige Transporttasche, denn so ein großer Makro Diffusor passt nicht wirklich gut in einen Fotorucksack. Die Diffusor Tasche kann außen am Fotorucksack befestigt werden so das man immer schnell dran kommt.
Für große und nicht flache Eigenbau Makro Diffusoren wie dem „Lichtzelt“ Diffusor gibt es von „Bones & Spiders“ auch einen entsprechend großen Beutel zum Transport.

Den Bones & Spiders Makro Diffusor gibt es zum fairen Preis von 89 Euro direkt bei mir zu kaufen. Wer ihn haben möchte, schickt mir am besten eine Email mit dem entsprechenden Betreff und der Info für welches Objektiv der Diffusor gebraucht wird, damit ich den entsprechenden Adapter beilegen kann.

Du willst weitere Infos zum Bones & Spiders Makro Diffusor?

Hier gehts zur Produktseite vom Diffusor: https://alexandermett-photography.de/bones-spiders-makro-diffusor

Ich selbst verwende beide Diffusoren, den „Lichtzelt“ Eigenbau Diffusor vor allem für Raubfliegen und Gegenlichtsituationen und den Bones & Spiders Diffusor vor allem für Springspinnen und andere Spinnenarten und als „Immer dabei“ Diffusor. Der große Vorteil vom „Lichtzelt Diffusor“ ist gleichzeitig auch sein Nachteil. Dadurch das er vorne so weit übersteht und wie eine Kuppel Gegenlicht und Umgebungslicht sehr gut abschirmt, ist er gleichzeitig nicht gut für den Bodenbereich geeignet, da er ihn sehr leicht berührt. Der Bones & Spiders Diffusor ragt nach vorne deutlich weniger über das Objektiv hinaus und so ist er auch für Bodennahe Aufnahmen sehr gut geeignet, gleichzeitig schirmt er natürlich Gegenlicht nicht so gut ab wie der „Lichtzelt Diffusor“. Mit diesen beiden Makro-Diffusoren bin ich zu 100% zufrieden, bzw. ergeben sie zusammen den perfekten Diffusor für mich. So ist jetzt im Jahr 2020 nach vielen Jahren das Tüfteln, Bauen und Ausprobieren auf der Suche nach dem perfekten Makro Diffusor endlich beendet.